Mit Star Wars Zero Company wagt sich Entwicklerstudio Bit Reactor, gegründet von ehemaligen Firaxis-Köpfen, gemeinsam mit Lucasfilm Games an ein rundenbasiertes Taktik-Spiel im Star-Wars-Universum. Angesiedelt während der Klonkriege übernehmt ihr die Kontrolle über Hawks, Anführer der Söldnertruppe Zero Company, die sich mit wechselnden Aufträgen über Wasser hält, bis sie den Auftrag bekommt, die berüchtigte Kundri Fathom und ihre Organisation namens Coil zur Strecke zu bringen. Wir haben uns auf der PS5 durch mehrere Missionen gekämpft und schauen, wie gut sich XCOM-Spielgefühl und Star-Wars-Lizenz miteinander vertragen.
Taktik mit klarer XCOM-Verwandtschaft
Wer die XCOM-Reihe kennt, fühlt sich in Zero Company sofort zurecht: Rundenbasierte Gefechte, Deckungssystem, prozentuale Trefferchancen und ein optional abschaltbares Permadeath-System sind klar erkennbare Anleihen. Bit Reactor geht dabei aber einen eigenen Weg, der das Tempo deutlich anzieht: Statt sich hinter Deckung zu verschanzen und auf Zermürbung zu setzen, belohnt das Spiel aggressives, proaktives Vorgehen – wer zu zögerlich spielt und seine Einheiten nicht aktiv in Bewegung hält, wird von den Gegnern überraschend schnell überrannt. Diese Spannung, kombiniert mit dem optionalen Permadeath, sorgt für einen angenehm kernigen, konsequenten Schwierigkeitsgrad, der Einsteiger:innen dennoch nicht überfordert. Genau diese Balance aus leicht zugänglichen Grundmechaniken und langfristig hoher taktischer Tiefe ist eine der großen Stärken des Spiels.
Erzählerisch treibt die Geschichte rund um Hawks und seine Crew die Gefechte immer wieder voran, aufgeteilt in Operationen und Missionen, die genug Raum für eigene Entscheidungen und langfristige Spielzeit lassen. Der Cast überzeugt dabei über weite Strecken: Neben Hawks lernt ihr etwa den kampferprobten Klon Trick, den liebenswerten Haudegen Kabb und die aristokratische Jae kennen, dazu im weiteren Verlauf noch Jedi und Mandalorianer. Zwischen den Missionen kehrt ihr in eure Basis zurück, lauft dort frei umher und vertieft die Beziehungen innerhalb der Truppe – ein Aspekt, der dem Permadeath-System zusätzliches emotionales Gewicht verleiht, weil der Verlust eines liebgewonnenen Charakters wirklich schmerzt.
Technische Schwächen auf der PS5
Weniger überzeugend ist leider die technische Umsetzung auf der PS5. Sowohl im Qualitäts- als auch im Performance-Modus kommt es immer wieder zu Framerate-Rucklern und kurzen Stottern, dazu kommen sichtbare Grafikprobleme wie häufiges Nachladen von Texturen und flackernde Schatten. Auch kleinere Bugs sind uns aufgefallen, darunter ein Softlock, der uns zwang, eine fast abgeschlossene Mission komplett neu zu starten. Zwischen den einzelnen Zügen und bei Übergängen zu Zwischensequenzen kommt es zudem gelegentlich zu spürbaren Ladehängern, die den ansonsten zügigen Spielfluss unnötig ausbremsen. Schade, denn spielerisch läuft die eigentliche rundenbasierte Taktik angenehm stabil – die Probleme zeigen sich vor allem außerhalb der reinen Kampfphasen.
Fazit
Star Wars Zero Company beweist eindrucksvoll, wie gut sich das Star-Wars-Universum mit rundenbasierter Taktik verträgt: eine mitreißende Geschichte, ein sympathischer Cast und ein Kampfsystem, das XCOM-Fans sofort vertraut vorkommt, dabei aber durch das höhere Tempo einen eigenen Charakter entwickelt. Getrübt wird der positive Gesamteindruck von spürbaren technischen Schwächen auf der PS5, die dem ansonsten starken Gesamtpaket unnötig im Weg stehen. Wer über gelegentliche Ruckler und kleinere Bugs hinwegsehen kann, bekommt hier eine der besten Star-Wars-Videospielumsetzungen der letzten Jahre.
