Mit Way of the Hunter 2 legt Nine Rocks Games die Fortsetzung der Jagdsimulation vor, die mit dem ersten Teil bei Genrefans einen Nerv getroffen hat. Publisher ist THQ Nordic, die USK-Freigabe liegt bei 16 Jahren. Nach einer Early-Access-Phase auf dem PC ist das Spiel seit dem 29. September 2026 in der Vollversion für PC, PS5 und Xbox Series X/S erhältlich und setzt laut Entwicklerangaben auf die Unreal Engine 5. Wir haben uns angeschaut, was die Jagd auf der PS5 zu bieten hat und wo die Schwächen liegen.

Eine Simulation, die Geduld verlangt

Way of the Hunter 2 ist keine Actionjagd, sondern eine konsequente Simulation. Es geht um Beobachten, Vorbereitung und den richtigen Moment. Ihr verfolgt Tiere, lest ihr Verhalten und plant eure Annäherung, wobei Wind, Entfernung, Schussplatzierung und die Zusammensetzung der Herde eine Rolle spielen. Der Einstieg ist deshalb anspruchsvoll: Das Spiel erklärt vieles, erwartet aber, dass ihr euch Zeit nehmt und die Mechaniken lernt. Wer hektisch durch die Wildnis stürmt, wird dafür bestraft, denn Tiere schrecken sehr leicht auf, und ein einziger Fehler kann dazu führen, dass ihr erneut lange suchen müsst.

Ein zentrales Element ist das Wildmanagement. Mit dem Fernglas lassen sich Fitness und Qualität der Tiere einschätzen, was Auswirkungen auf die Entwicklung der Bestände hat. Gezielt zu jagen und nicht einfach das nächstbeste Tier zu erlegen, ist dabei die verantwortungsvolle Spielweise, auch wenn sie nicht jedem als besonders spannende Mechanik gilt. Dazu kommen Pflegeaufgaben für das Revier wie das Reparieren von Brücken, das Warten von Futterstellen, das Entfernen von Müll oder das Beseitigen invasiver Pflanzen, die die Fitness des Gebiets verbessern. Diese Betonung von Ökologie und Naturschutz ist ein sympathischer Zug des Spiels und gibt der Jagd einen Rahmen.

Hund, Schussanalyse und Ausrüstung

Die wichtigste Neuerung ist der Jagdhund. Er hilft beim Aufspüren von Fährten und Schweißspuren und findet verwundete Tiere. Er lässt sich trainieren und verbessert sich durch regelmäßigen Einsatz. Fachmedien bemängeln allerdings, dass die Intelligenz des Hundes teils recht rudimentär wirke, mit einfachen Befehlen und gelegentlichen Problemen bei der Wegfindung. Ebenfalls überarbeitet wurde die Einschusskamera, die Flugbahn, Geschwindigkeit, Winkel und Treffpunkt des Schusses zeigt. Das Feedback ist für Einsteiger wie Profis hilfreich, weil ihr nachvollziehen könnt, warum ein Schuss danebenging oder das Tier nicht sofort fiel. Die Ballistik wird als realistisch beschrieben: Patronen unterscheiden sich in Durchschlagskraft und Wundkanal, und Wind und Schwerkraft beeinflussen die Flugbahn.

Bei der Ausrüstung bietet das Spiel eine große Auswahl an Gewehren, Flinten und Bögen, dazu Lockrufe, Attrappen, Zweibeine und Nachtsichttechnik mit Wärmebildfunktion. Die Ausrüstung stammt von mehr als zehn realen Markenpartnern. Ein Fahrzeug erleichtert die Fortbewegung auf den großen Karten, Zelte dienen als Schnellreisepunkte. Ein Fähigkeitenbaum belohnt eure Fortschritte mit praktischen Boni. Als Zentrale dient eine Jagdhütte in den Rocky Mountains, die ihr ausbauen und mit Trophäen füllen könnt. Zusätzlich erzählt das Spiel eine Geschichte, in der ihr in die Organisation Hearth & Hunt aufgenommen werdet und Aufträge rund um das Gleichgewicht der Ökosysteme erledigt.

Karten, Tierwelt und Technik

Zum Start stehen zwei große Reviere bereit: New Laurentia mit nordamerikanischen Wäldern und Bergen und das Kilimaya Reserve mit afrikanischer Tierwelt. Auf den Karten begegnen euch unter anderem Elche, Wapitis, Bären und Bisons sowie Flusspferde, Büffel, Löwen und Nilkrokodile, außerdem Kleinwild wie Kaninchen, Truthähne und verschiedene Vögel. Laut einem Test umfasst das Spiel rund 28 Tierarten, wobei einige Arten zum Start noch fehlen. Die Landschaften wirken in den Berichten sehr stimmig, mit lebensechten Tieren, schönen Aussichten und Wetter- und Lichtwechseln. Online ist ein Koop-Modus für zwei Spieler vorgesehen, ein persistentes Revier über mehrere Sitzungen steht auf der Roadmap. Auch Verbesserungen bei Hundetraining, Wetter und Tier-KI sind angekündigt.

Technisch gibt es Licht und Schatten. Mehrere Tests loben die Verbesserung gegenüber dem ersten Teil, vor allem bei Optik und Tiermodellen. Andere nennen Probleme: Ein Test auf dem PC berichtet von Einbrüchen bei den Frametimes, Animationsfehlern, Problemen im Interface und teils unlogischem Tierverhalten, etwa Herden, die wegrennen und dann wieder ruhig weiden. Auch fehlende Inhalte zum Start wie Charakteranpassung oder erweitertes Hundetraining werden kritisiert. Ob und wie stark das auf der PS5 auftritt, können wir anhand der vorliegenden Berichte nicht beurteilen.

Zähes Tempo und unklare Aufträge

Der größte Kritikpunkt ist das Tempo. Mehrere Tests bemängeln lange, ereignislose Laufwege und zu viel Leerlauf zwischen den spannenden Jagdmomenten, das Spiel wird teils als zäh beschrieben. Hinzu kommt die Orientierung: Questmarker sind schwer zu deuten, Ziele wirken vage, und auf den großen Karten fällt das besonders ins Gewicht. Das Konzept, Realismus über Komfort zu stellen, kippt dann in Frust, wenn ein Fehler direkt zu langer Suche führt. Wer diese Entschleunigung nicht mag, wird hier kaum glücklich.

Fazit

Way of the Hunter 2 ist eine ambitionierte Jagdsimulation mit viel Substanz: Der Hund, die verbesserte Schussanalyse, die Reviere mit Naturschutzaufgaben und die große Auswahl an Ausrüstung machen die Fortsetzung zu einem klaren Schritt nach vorn. Gleichzeitig erkauft sich das Spiel seinen Realismus mit Leerlauf, unklaren Aufträgen und technischen Rauheiten, die vor allem bei der PC-Fassung dokumentiert sind. Wer Simulationen liebt, Geduld mitbringt und eine ruhige Jagd sucht, bekommt hier ein stimmungsvolles Spiel, alle anderen sollten sich vorher genau überlegen, ob das Tempo passt.

 

wildness
Way of the Hunter 2 Review
Gameplay
78
Grafik
78
Sound
82
Steuerung
71
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Trainierbarer Jagdhund hilft bei Fährten und Schweißspuren
Überarbeitete Einschusskamera mit Flugbahn, Winkel und Treffpunkt
Wildmanagement und Revierpflege mit Naturschutz-Fokus
Große Auswahl an Waffen und Ausrüstung von über zehn Markenpartnern
Zwei große Reviere mit Tieren aus Nordamerika und Afrika
Jagdhütte mit Trophäenausstellung und Ausbau
Negativ
Tiere schrecken sehr leicht auf, Fehler führen zu langer Suche
Lange Laufwege und viel Leerlauf
Questmarker und Ziele teils unklar
Hund mit teils rudimentärer Wegfindung
75

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