Was kann Star Wars Zero Company?
Mit Star Wars Zero Company erhält das Star-Wars-Universum einen Titel, der sich bewusst von den bisherigen Actionspielen der Reihe abhebt. Statt Lichtschwert-Duellen oder groß angelegten Weltraumschlachten steht diesmal strategisches Denken im Mittelpunkt. Entwickelt wird das Spiel von Bit Reactor, einem Studio, das aus ehemaligen Entwicklern von Firaxis Games besteht und damit reichlich Erfahrung im Bereich rundenbasierter Strategiespiele mitbringt. Unterstützt wird das Team von Respawn Entertainment und Lucasfilm Games.
Die Geschichte spielt während der Klonkriege – einer Epoche, die viele Fans bereits aus Filmen, Serien und Spielen kennen. Allerdings liegt der Fokus nicht auf den bekannten Helden wie Anakin Skywalker oder Obi-Wan Kenobi. Stattdessen übernimmt der Spieler das Kommando über die Zero Company, eine Spezialeinheit, deren Mitglieder aus den unterschiedlichsten Bereichen der Galaxis stammen. Diese Mischung aus Klonsoldaten, Spezialisten und weiteren Charakteren soll nicht nur spielerisch für Abwechslung sorgen, sondern auch unterschiedliche Sichtweisen auf den Krieg vermitteln.
Im Gegensatz zu vielen modernen Rollenspielen verfolgt Bit Reactor einen klaren erzählerischen Ansatz. Die Entwickler verzichten bewusst auf verzweigte Hauptgeschichten mit zahlreichen unterschiedlichen Enden. Stattdessen soll eine durchgehend inszenierte Kampagne erzählt werden, bei der alle Spieler dieselben zentralen Ereignisse erleben. Das bedeutet allerdings nicht, dass Entscheidungen völlig bedeutungslos sind. Die Zusammenstellung der eigenen Einheit sowie bestimmte Dialogoptionen können Einfluss auf Beziehungen innerhalb des Teams und kleinere Ereignisse nehmen. Der Kern der Handlung bleibt jedoch bewusst geradlinig.
Das eigentliche Herzstück von Star Wars Zero Company ist das taktische Gameplay. Jeder Einsatz verlangt eine sorgfältige Planung, denn jede Figur besitzt individuelle Fähigkeiten, Ausrüstungsoptionen und taktische Stärken. Wer seine Einheiten unüberlegt in den Kampf schickt, wird schnell feststellen, dass selbst zahlenmäßig unterlegene Gegner gefährlich werden können. Deckung, Positionierung und das richtige Timing spielen eine wesentlich größere Rolle als schnelle Reflexe.
Besonders interessant wirkt dabei die Möglichkeit, die Mitglieder der Zero Company umfangreich anzupassen. Vor allem Klonsoldaten lassen sich optisch individuell gestalten. Unterschiedliche Helme, Rüstungsteile, Farbdesigns und weitere kosmetische Anpassungen ermöglichen es, der eigenen Truppe einen persönlichen Stil zu verleihen. Laut den Entwicklern werden zahlreiche dieser Inhalte direkt im Spiel freigeschaltet. Auf Mikrotransaktionen für kosmetische Gegenstände soll verzichtet werden, auch wenn einige exklusive Designs den Sondereditionen vorbehalten bleiben.
Neben der optischen Anpassung spielt auch die Entwicklung der Charaktere eine wichtige Rolle. Im Verlauf der Kampagne verbessern sich Fähigkeiten, neue Ausrüstung wird freigeschaltet und das Team wächst mit seinen Aufgaben. Dadurch entsteht eine stärkere Bindung zu den einzelnen Figuren, was insbesondere durch eine weitere Gameplay-Option an Bedeutung gewinnt: Permadeath.
Wer diese Funktion aktiviert, muss mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen leben. Fällt ein Charakter im Einsatz, kehrt er nicht zurück. Gerade bei lang entwickelten Einheiten erhöht dies den Druck in kritischen Situationen erheblich. Jeder Zug sollte gut überlegt sein, denn ein Fehler kann den Verlust eines wichtigen Teammitglieds bedeuten. Spieler, die es lieber etwas entspannter angehen möchten, können auf diese Option verzichten und sich stärker auf die Geschichte konzentrieren.
Auch beim Umfang scheint Bit Reactor eine klare Vorstellung zu haben. Die Kampagne soll je nach Schwierigkeitsgrad und persönlicher Erfahrung etwa 30 bis 40 Stunden Spielzeit bieten. Zusätzliche Motivation entsteht weniger durch alternative Enden als vielmehr durch verschiedene Teamzusammenstellungen, unterschiedliche Strategien und höhere Schwierigkeitsgrade. Einen klassischen New-Game-Plus-Modus wird es nach aktuellem Stand nicht geben.
Interessant ist außerdem, dass das Studio bewusst auf eine überladene Open World verzichtet. Statt hunderte Sammelobjekte oder Nebenaktivitäten anzubieten, konzentriert sich das Spiel auf sorgfältig gestaltete Missionen mit klaren taktischen Herausforderungen. Dieser Ansatz dürfte besonders Spielern gefallen, die lieber jede Mission gründlich planen, anstatt große Karten nach Symbolen abzusuchen.
Für Fans von Spielen wie XCOM, Gears Tactics oder Marvel’s Midnight Suns könnte Star Wars Zero Company daher zu einem der spannendsten Strategie-Titel der kommenden Monate werden. Gleichzeitig bietet das bekannte Star-Wars-Universum genügend Potenzial für atmosphärische Missionen, ikonische Schauplätze und spannende Begegnungen mit Fraktionen der Klonkriege.
Unser Games-Fazit
Mit Star Wars Zero Company wagt Lucasfilm Games gemeinsam mit Bit Reactor einen Schritt in ein Genre, das innerhalb des Star-Wars-Universums bislang nur selten im Mittelpunkt stand. Der Fokus auf taktische Gefechte, eine erzählerisch klar strukturierte Kampagne und umfangreiche Charakteranpassungen könnte genau die richtige Mischung für Strategie-Fans sein. Sollte es den Entwicklern gelingen, das bekannte Star-Wars-Gefühl mit anspruchsvollem Gameplay zu verbinden, könnte sich der Titel als echte Bereicherung für das Franchise etablieren.