Ein Schiffssimulator, der mehr sein will als reines Hin-und-her-Schippern: Seafarer: The Ship Sim von astragon Entertainment ist seit dem 24. September 2026 für PS5 und Xbox Series X/S erhältlich, nachdem das Spiel zuvor lange im PC-Early-Access reifen durfte. Die Konsolenfassung kostet rund 35 Euro. Wir haben uns auf der PS5 an die Brücke gestellt und schauen, ob die Reise Spaß macht.
Mehr als nur Frachter fahren
Im Mittelpunkt steht eine offene Karriere in nordeuropäischen Gewässern, die an die Küsten Deutschlands, Dänemarks und Skandinaviens angelehnt sind. Ihr übernehmt Frachtaufträge, geht auf Patrouille, kontrolliert Schiffe, löscht mit Wasserwerfern Brände und bedient Kräne. Genau diese Abwechslung ist die größte Stärke des Spiels: Die Aufgaben beschränken sich nicht auf das Steuern, sondern bringen euch auch an Deck und in die Maschinenräume, wo ihr euch in der Ego-Perspektive frei bewegen dürft. Eine Story rund um Captain Teddy und ein maritimes Rätsel bildet den Rahmen. Mit wachsendem Ruf wächst eure Flotte, acht Schiffe stehen insgesamt bereit, die ihr mit Namen, Farben, Flaggen und Logos anpassen könnt. Bis zu vier Spieler dürfen im Koop gemeinsam eine Crew bilden, was die Arbeitsaufteilung auf großen Schiffen sinnvoll macht und in den bisherigen Berichten reibungslos lief.
Technisch beeindruckt vor allem das Wasser: Dank NVIDIA WaveWorks 2.0 wirken die Wellen dreidimensional und reagieren sichtbar auf Wetter und Wind, auch die Schiffsmodelle sehen gut aus. Weniger überzeugend wirken die Figuren, und der dramatische orchestrale Soundtrack trägt an manchen Stellen dicker auf, als es die Situation verlangt.
Handling und Alltag auf See
Die größte Schwachstelle ist die Steuerung. Auf dem Controller fühlen sich die Schiffe laut mehreren Tests schwerfällig und gleichzeitig unpräzise an, schon kleine Eingaben können das Schiff in eine ungewollte Richtung drehen lassen. Wer eine realistische Simulation großer Schiffe erwartet, wird zudem enttäuscht: Das Handling orientiert sich eher an Spielbarkeit als an Authentizität. Hinzu kommt, dass sich Aufgaben wie Be- und Entladen mit der Zeit wiederholen und ohne Unterstützung zäh werden können, einige Schiffsräume sind außerdem nur Kulisse ohne Interaktion. Die Kampagne hatte im Early Access mit fehlerhaften Missionszielen zu kämpfen, auch Dialoge und Sprachausgabe wirken stellenweise holprig. Das alles führt dazu, dass der Reiz nach einigen Stunden nachlässt.
Fazit
Seafarer: The Ship Sim ist ein ambitionierter Schiffssimulator mit viel Abwechslung, hübschem Wasser und sinnvollem Koop, der aber an der Umsetzung scheitert: Das schwammige Handling, die Wiederholung bei den Aufträgen und die kleinen Ärgernisse in der Kampagne bremsen das Seefahrerglück aus. Für etwa 35 Euro bekommen Fans maritimer Simulationen, die wenig Alternativen haben, eine brauchbare Grundlage, alle anderen warten besser auf Updates oder einen Preisnachlass.
