Mit Caleb Williams als Cover-Star startet EA Sports in eine neue Madden-Saison und verspricht mit Madden NFL 27 spürbare Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr. Wir haben uns auf der PS5 durch mehrere Franchise-Saisons, Ultimate-Team-Runden und Einzelspiele gekämpft und schauen, ob sich der Kauf für Football-Fans lohnt.

Gameplay: Defense endlich auf Augenhöhe mit der Offense

Der größte Fortschritt gegenüber den Vorjahren zeigt sich klar auf dem Feld selbst. Vor allem die Defense wurde spürbar überarbeitet: Zonenverteidiger reagieren logischer auf Receiver, die in ihren Zuständigkeitsbereich laufen, und Coverage-Anpassungen vor dem Snap lassen sich mit weniger Tastendrücken erledigen als bisher. Das sorgt dafür, dass man den eigenen Defensiv-Calls wieder mehr vertraut, statt sich über unlogisches Verhalten der eigenen Spieler zu ärgern. Ergänzt wird das durch ein überarbeitetes Passfang-System, das dem Timing beim Catch mehr Gewicht gibt und Interaktionen zwischen Receiver und Defensive Back deutlich glaubwürdiger wirken lässt als in früheren Teilen. Wer die neuen Mechaniken erst verinnerlichen möchte, findet im integrierten Skills Trainer eine gute Anlaufstelle, die Schritt für Schritt an die zahlreichen neuen Systeme heranführt.

Auch abseits des Feldes hat sich einiges getan: Der Franchise-Modus bekommt dynamische Spielerpersönlichkeiten spendiert, die eure Entscheidungen als General Manager stärker beeinflussen, etwa bei Vertragsverhandlungen oder der Kaderplanung in der Free Agency. Wer sich lange in dieser Rolle verliert, dürfte an den neuen Tiefenoptionen seine Freude haben. Nicht ganz rund läuft dagegen weiterhin die Umsetzung des Karrieremodus als einzelner Spieler: Der eigene Werdegang fühlt sich noch zu wenig nach einer echten NFL-Karriere an, weil sich die Ziele über die Saisons hinweg kaum weiterentwickeln. Auch altbekannte Kritikpunkte bleiben bestehen – der Import von College-Draftklassen ist weiterhin nicht möglich, und Legenden bleiben exklusiv dem Ultimate-Team-Modus vorbehalten, statt auch im Franchise nutzbar zu sein.

Präsentation und Technik auf der PS5

Optisch hat Madden NFL 27 spürbar zugelegt: Die Menüs wurden mit größeren Kacheln und klarerer Typografie komplett überarbeitet und wirken deutlich moderner als in den Vorjahren. Auf der PS5 läuft das Spiel dabei durchgehend flott, Ladezeiten zwischen Menüs und Modi wie Ultimate Team oder Superstar fallen kaum noch ins Gewicht. Kleinere Schönheitsfehler gibt es dennoch: Vereinzelte Aussetzer in der Defensiv-KI sind uns aufgefallen, und die Kommentatoren liefern trotz aller technischen Fortschritte weiterhin recht uninspirierte Ansagen ab.

Fazit

Madden NFL 27 ist die bislang rundeste Ausgabe der Serie seit Langem und macht vor allem spielerisch einen großen Schritt nach vorn – die überarbeitete Defense und das neue Passfang-System sorgen für das bislang stimmigste Gameplay-Gefühl seit Jahren. Wer regelmäßig zur Serie greift, bekommt hier klar die bislang beste Version. Wer dagegen auf waschechte Innovationen abseits des Feldes hofft, wird von altbekannten Baustellen wie dem fehlenden Draftklassen-Import weiterhin ausgebremst.

Spieler
Madden NFL 27 Review
Gameplay
84
Grafik
82
Sound
66
Steuerung
80
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Spürbar verbesserte Defense-KI und Coverage-Anpassungen
Neues, glaubwürdigeres Passfang-System
Dynamische Spielerpersönlichkeiten im Franchise-Modus
Überarbeitete, moderne Menüführung
Schnelle Ladezeiten auf der PS5
Negativ
Kein Import von College-Draftklassen möglich
Legenden weiterhin nur in Ultimate Team nutzbar
Karrieremodus als Einzelspieler bleibt oberflächlich
Kommentatoren wirken trotz Technik-Update uninspiriert
75

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