Vom 21. bis 25. August läuft die Early-Access-Beta zu Call of Duty: Modern Warfare 4, und wir konnten über das erste Wochenende bereits ausgiebig auf der PS5 reinschnuppern. Da es sich hier explizit um eine Beta handelt, verstehen sich unsere Eindrücke als erster Blick und keine finale Wertung – dafür müssen wir bis zum Release am 23. Oktober warten. Trotzdem lässt sich schon jetzt einiges über die Richtung sagen, die Infinity Ward mit dem neuesten Teil einschlägt.
Im Mittelpunkt des Multiplayer-Angebots stehen aktuell fünf klassische 6v6-Karten: Rooftops schickt euch über die verschneiten Dächer eines New Yorker Hotels, Silkworm ist ein dichtes südkoreanisches Einkaufsviertel mit vielen enge Gassen, Transit 213 spielt in einem verwucherten indischen Busdepot mit langen Sichtachsen, Cachette dreht sich um ein Versteck an einem französischen Bahnterminal, und Lotus führt in ein von Kämpfen gezeichnetes koreanisches Fischerdorf. Das Kartendesign wirkt insgesamt abwechslungsreich, von engen Nahkampf-Layouts bis zu offeneren Bereichen mit längeren Sichtlinien ist für jeden Spielstil etwas dabei. Besonders angetan hat es uns Silkworm, das mit mehreren Ebenen und Rotationsmöglichkeiten viel taktischen Spielraum bietet.
Spielmodi-seitig deckt die Beta bereits einen guten Querschnitt ab: Team Deathmatch, Domination, Hardpoint, Kill Confirmed und Search and Destroy sind mit dabei, dazu kommt mit Inflation ein komplett neuer Modus, bei dem jeder Kill euer virtuelles „Vermögen“ wachsen lässt – je mehr ihr sammelt, desto größer wird gleichzeitig das Ziel auf eurem Rücken. Das sorgt für einen interessanten Spannungsbogen, weil erfolgreiche Spieler zunehmend zur Zielscheibe werden. Als besonderes Highlight der Beta gilt aber klar Kill Block: Die Arena setzt sich aus drei miteinander verbundenen Bereichen zusammen und wird alle zwei Runden neu kombiniert, wahlweise im klassischen 3v3- oder im neuen 10v10-Gunfight-Modus. Dieses ständige Neuarrangieren hält die Matches erfrischend unvorhersehbar und dürfte auf Dauer für viel Wiederspielwert sorgen.
Bewegung und Gunplay fühlen sich spürbar geerdeter an als in den letzten Teilen, ohne dabei behäbig zu wirken – Infinity Ward setzt klar auf ein Gleichgewicht zwischen Tempo und Kontrolle. Wer die neuen Systeme erst kennenlernen möchte, findet in der eigens eingerichteten Mobility Course einen guten Trainingsplatz für Bewegungsabläufe und Loadout-Experimente, bevor es in echte Matches geht. Auch das überarbeitete Create-a-Class-System mit individuell an jedes Loadout gebundenen Operators und den neuen Apex Attachments – mächtigen Zusatzmodulen für vollständig hochgelevelte Waffen – wirkt in der Praxis durchdacht und gibt der Waffenanpassung mehr Tiefe als in den Vorgängern.
Ein echtes Novum der Beta ist zudem die spielbare Kampagnenmission „Entrenched“, die erstmals in der Geschichte von Call of Duty bereits vor Release Teil einer Beta ist. Darin verteidigt ihr in einem groß angelegten Bodenangriff ein Kernkraftwerk davor, in feindliche Hände zu fallen – mit Grabenkämpfen, dem Räumen von Bunkern und einer abschließenden Evakuierung per Helikopter. Die Mission gibt einen ersten guten Eindruck von Inszenierung, Waffengefühl und Sounddesign der eigentlichen Kampagne, auch wenn sich aus einer einzelnen Mission natürlich noch kein umfassendes Bild der gesamten Story ziehen lässt.
Unser erster Eindruck nach dem ersten Beta-Wochenende auf PS5 fällt positiv aus: Die Kartenauswahl ist abwechslungsreich, Kill Block ist ein spannendes neues Konzept, und dass wir schon jetzt eine echte Kampagnenmission anspielen konnten, ist für eine Call-of-Duty-Beta ungewöhnlich und macht durchaus Lust auf mehr. Bis zum Release am 23. Oktober bleibt natürlich abzuwarten, wie sich all das im fertigen Spiel und über eine deutlich längere Spielzeit hinweg schlägt.