Sechs Jahre hat die Fangemeinde auf einen echten Nachfolger zu Rise of New Champions gewartet, jetzt ist es soweit: Captain Tsubasa 2: World Fighters ist seit dem 28. August auch für die PS5 erhältlich. Bandai Namco erzählt darin die World-Youth-Arc aus der Manga-Vorlage weiter, mit erweiterten Handlungssträngen unter Aufsicht von Originalschöpfer Yoichi Takahashi. Wir haben Sonys Konsole angeworfen und geschaut, ob der Sprung ins nächste Turnier gelungen ist.
Fußball, wie ihn nur Anime erzählen kann
Wer bei Captain Tsubasa realistischen Fußball erwartet, ist seit jeher an der falschen Adresse – und World Fighters macht davon keine Ausnahme. Torschüsse durchschlagen Torwarthände, Spieler springen mehrere Meter hoch, und jede Balleroberung wird zur kleinen Materialschlacht aus Funken und Spezialeffekten. Genau dieser bewusst überzeichnete Stil ist seit Jahrzehnten das Markenzeichen der Reihe, und mit 22 spielbaren Nationalteams, über 110 Charakteren und mehr als 150 neuen Spezialtechniken bekommt ihr hier so viel Auswahl wie noch nie zuvor in einem Tsubasa-Spiel.
Neues Torwart-Duell und DualSense-Feedback
Die größte spielerische Neuerung ist ein überarbeitetes Duell-System zwischen Schütze und Torwart: Rast ein Superschuss aufs Tor zu, entscheidet ein knackiges Timing-Duell, ob der Ball einschlägt oder der Keeper mit einer ebenso spektakulären Flugparade kontert. Auf der PS5 macht sich die zusätzliche Leistung hier positiv bemerkbar – die Inszenierung dieser Duelle läuft angenehm flüssig, mit dynamischen Kamerafahrten, die dem Ganzen noch mehr Wucht verleihen. Auch der DualSense-Controller wird clever eingebunden: Harte Zweikämpfe sind spürbar, und beim Aufladen eines Superschusses baut sich ein fühlbarer Widerstand im Trigger auf, der das Timing-Gefühl unterstützt.
Story, Präsentation und eigener Charakter
Wer selbst mitspielen möchte, statt nur Tsubasa zuzuschauen, erstellt sich über die New-Stars-Route einen eigenen Charakter, schließt sich der japanischen Nationalmannschaft an und kämpft an der Seite altbekannter Figuren um den Weltmeistertitel. Diese Verbindung aus Manga-Handlung und eigenem Avatar sorgt für spürbar mehr Identifikation, als es eine reine Nacherzählung der Vorlage könnte. Optisch profitiert die PS5-Version merklich von der zusätzlichen Grafikpower: Charaktermodelle, Stadien und die grellen Spezialeffekte wirken knackiger und detaillierter, ohne dass der comichafte Look der Serie darunter leidet. Untermalt wird das Ganze von Komponist Tadayoshi Makino, der mit über 80 neuen Tracks erneut für die passende Portion Bombast sorgt.
Fazit
Captain Tsubasa 2: World Fighters ist auf der PS5 ein rundum gelungener Nachfolger. Das neue Torwart-Duell-System bringt frischen Wind ins bekannte Rezept, das riesige Roster sorgt für enorme Abwechslung, und die zusätzliche Leistung der Konsole lässt die ohnehin schon spektakuläre Inszenierung noch eine Spur eindrucksvoller wirken. Wer mit übertriebenen Superschüssen und Anime-Pathos nichts anfangen kann, wird auch dieser Teil nicht überzeugen – alle Fans der Serie und alle, die Lust auf Fußball jenseits jeder Realität haben, bekommen hier aber ein rundes, unterhaltsames Gesamtpaket.