Wer schon immer davon geträumt hat, ein ganzes Verkehrsnetz aus dem Nichts aufzubauen, bekommt mit Transport Fever 3 neues Futter. Das Aufbau- und Logistikspiel von Urban Games und Publisher Paradox Interactive ist seit dem 29. September 2026 für PC, PS5 und Xbox Series X/S erhältlich. Nach den Vorgängern auf dem PC ist es der Konsolen-Einstand der Reihe, den wir auf der PS5 unter die Lupe genommen haben.
Vom Pferdewagen zum modernen Verkehrsnetz
Das Grundprinzip bleibt vertraut: Ihr verbindet Städte und Industrien mit Straßen, Schienen, Straßenbahnen und weiteren Verkehrsmitteln, versorgt Siedlungen mit Gütern und Passagieren und lasst so Stück für Stück ein funktionierendes Netz wachsen. Die Fahrzeuge reichen dabei von frühen Pferdekutschen bis zu modernen Verkehrsmitteln, sodass ihr über mehr als ein Jahrhundert Verkehrsgeschichte hinweg spielt. Neben dem freien Sandkasten-Modus stehen mehrere Kampagnenmissionen mit historischen Bezügen bereit, die einen guten Rahmen für den Einstieg bieten.
Gegenüber Transport Fever 2 hat Urban Games an vielen Stellschrauben gedreht. Das Straßen- und Schienensystem wurde überarbeitet: Straßen lassen sich freier formen, Spuren gezielt regeln, Gleise und Straßenbahnen bieten mehr Optionen, unter anderem eigene Trassen und unterirdischen Betrieb. Das Frachtsystem erlaubt durch Lagerhäuser und spezielle Ladestationen deutlich mehr Kontrolle über eure Lieferketten. Hinzu kommen ein Tag-Nacht-Zyklus mit dynamischer Beleuchtung, Karten mit nahtlos wechselnden Klimazonen von Tropen bis Tundra und Konsequenzen für schlechtes Handeln: Wer Fahrzeuge vernachlässigt, bekommt Ausfälle, wer die Landschaft stark umgräbt oder Lärm und Abgase produziert, bremst das Wachstum der Städte. Dazu passt, dass das Spiel dank Subventionen, klarer Meldungen bei Problemen in der Lieferkette und Komfortfunktionen wie dem Umbenennen ganzer Linien angenehm zugänglich bleibt. Einen harten Bankrott kennt es kaum, wodurch das Spiel trotz der Tiefe erstaunlich entspannt bleibt.
Steuerung auf dem Controller: die größte Hürde
Die Schwachstelle der PS5-Fassung liegt klar in der Bedienung. Genreüblich hat ein Aufbauspiel mit vielen Menüs, Linien und Fahrzeugflotten auf einem Gamepad einen schweren Stand, und das merkt man. Das Bauen von Straßen und Gleisen kann mitunter mühsam sein, die Navigation durch Menüs wird bei wachsender Zahl an Transportlinien zäh, und die Verwaltung größerer Fahrzeugflotten fühlt sich umständlich an. Dazu kamen vereinzelt unklare Verbindungswarnungen und Ungereimtheiten bei den Passagierkapazitäten von Bussen, außerdem wurde in einem Fall von einem Tutorial berichtet, das mitten im Ablauf stehenblieb. Wer Maus und Tastatur gewohnt ist, wird auf dem PC schneller zum Ziel kommen.
Optisch wirkt Transport Fever 3 sauber und stimmig, ohne spektakulär zu sein: Die Fahrzeugvielfalt, die Tageszeiten und die Biome sorgen für Atmosphäre, und selbst bei vielen Fahrzeugen auf dem Bildschirm sowie beim Zoomen zwischen Übersicht und Straßenansicht blieb die PS5-Fassung in den Berichten anderer Redaktionen flüssig. Besonders charmant: Ihr dürft Fahrzeuge nicht nur von außen betrachten, sondern auch in den Wagen mitfahren und Bürgern folgen.
Fazit
Transport Fever 3 ist ein sehr gelungener Logistik-Tycoon mit enormer Tiefe, der dank zugänglicher Systeme und ohne harte Strafen auch zum Entspannen taugt. Die überarbeiteten Verkehrsnetze, das neue Frachtsystem und die Klimazonen machen den Nachfolger zum bisher besten Teil der Reihe. Auf der PS5 trübt allerdings die umständliche Controller-Bedienung den Spaß etwas. Wer sich daran nicht stört oder Geduld mitbringt, bekommt ein Aufbauspiel, das lange motiviert und genreübergreifend Eindruck hinterlässt.
