Mit Bus Simulator 27 übernimmt Simteract, bekannt für Fahrsimulationen wie Taxi Life und Train Life, erstmals die Zügel der Reihe von astragon Entertainment. Ihr landet in der fiktiven, an die iberische Halbinsel angelehnten Region Felicia Bay, wo ein Korruptionsskandal das öffentliche Nahverkehrsnetz komplett zusammenbrechen ließ – eure Aufgabe ist es, als Außenseiter:in eine neue Busgesellschaft aufzubauen und das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen. Wir haben uns auf der PS5 hinters Steuer gesetzt und geschaut, ob der Entwicklerwechsel der Reihe guttut.

Große Flotte, tiefes Unternehmensmanagement

Umfangstechnisch kann sich Bus Simulator 27 sehen lassen: Über 45 offiziell lizenzierte Busse von 13 namhaften Herstellern wie Mercedes-Benz, MAN, Scania und Volvo stehen euch zur Verfügung, dazu erstmals in der Reihe auch Reisebusse für längere Überlandstrecken zwischen den Städten der Spielwelt. Abseits des reinen Fahrens dreht sich vieles um den Aufbau eures Unternehmens: Ihr plant neue Buslinien, kauft Fahrzeuge, stellt Fahrer:innen ein und lasst Linien sowie Personal bei Bedarf automatisch zuweisen. Die Menüs dafür sind überraschend übersichtlich gestaltet, auch das Anlegen neuer Linien geht deutlich leichter von der Hand, als man es von einem Simulator dieser Tiefe erwarten würde. Auch der Charaktereditor für die eigene Spielfigur bietet mehr Anpassungsmöglichkeiten, als man zunächst vermuten würde.

Ein netter Zusatz ist die direkte Interaktion mit Fahrgästen: Passagiere steigen ein, verlangen Tickets über das Bordterminal, manche versuchen sich als Schwarzfahrer:innen durchzumogeln, und gelegentliche Wortwechsel sorgen für kleine, teils amüsante Momente im Busalltag. Allerdings nutzt sich das nach einigen Stunden ab – die Bandbreite an Sprachzeilen ist überschaubar, und Wiederholungen fallen schnell auf.

Fahrgefühl mit spürbaren Schwächen

Ausgerechnet beim Kernstück eines Bus-Simulators, dem Fahren selbst, zeigt sich das größte Problem: Die Steuerung wirkt streckenweise seltsam schwammig, Busse fühlen sich an, als würden sie über die Straße gleiten statt echten Bodenkontakt zu haben, was dem Realismusanspruch der Reihe zuwiderläuft. Positiv ist dagegen die neue Kontrolle über Kneeling-Funktion und Rampen beim Anhalten an Haltestellen, die dem Fahrerlebnis eine zusätzliche Ebene an Feinsteuerung verleiht – dieser kleine Pluspunkt geht in der insgesamt eher unbefriedigenden Fahrphysik aber leider unter.

Auch technisch hinterlässt Bus Simulator 27 einen durchwachsenen Eindruck: Ruckler und kurze Aussetzer treten auch auf der PS5 immer wieder auf, dazu kommen steife, fast schwebend wirkende Charaktermodelle und kleinere Bugs wie Fahrzeuge, die Kreuzungen blockieren. Die grundsätzlich hübsch gestaltete Spielwelt rund um Felicia Bay wirkt dadurch streckenweise weniger lebendig, als es die Passagier-Interaktionen eigentlich versprechen.

Fazit

Bus Simulator 27 bringt mit seiner großen Fahrzeugflotte, dem tiefen Unternehmensmanagement und den neuen Reisebus-Strecken durchaus frischen Wind in die Reihe, wird aber ausgerechnet beim Fahrverhalten und der technischen Umsetzung ausgebremst. Wer auf ein waschechtes, präzises Fahrgefühl hofft, dürfte enttäuscht werden – wer dagegen vor allem am Aufbau des eigenen Busunternehmens Freude hat, findet hier ein umfangreiches, wenn auch ungeschliffenes Simulationserlebnis.

Busse
Bus Simulator 27 im Test (PS5): Lohnt sich der Kauf?
Gameplay
65
Grafik
69
Sound
67
Steuerung
69
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Über 45 lizenzierte Busse von 13 Herstellern
Erstmals Reisebusse für Überlandstrecken
Übersichtliches, tiefes Unternehmensmanagement
Unterhaltsame Passagier-Interaktionen am Bordterminal
Negativ
Schwammiges, wenig bodenständiges Fahrgefühl
Spürbare technische Ruckler auch auf der PS5
Kleinere Bugs wie blockierte Kreuzungen
Enttäuschend für den Realismusanspruch der Reihe
Steife, sich wiederholende Charaktermodelle und Sprachzeilen
68

Leave a comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.