Sieben Jahre nach Ace Combat 7 meldet sich die Flugkampf-Serie mit einem neuen Hauptteil zurück: Ace Combat 8: Wings of Theve von Bandai Namco Aces ist seit dem 2. Oktober 2026 offiziell für PS5, Xbox Series X/S und PC erhältlich, nachdem bereits eine Early-Access-Phase gestartet war. Das Spiel setzt auf die Unreal Engine 5 und verspricht echte Kampfjets, riesige Wolkenlandschaften und Wetter, das den Kampf spürbar beeinflusst. Wir haben uns auf der PS5 ins Cockpit gesetzt und schauen, ob die Rückkehr gelungen ist.
Krieg über Usea: Die Story
Erzählt wird ein Krieg zwischen der Republik Sotoa und der Föderation von Zentral-Usea (FCU), deren Hauptstadt Theve besetzt wurde. Ihr schlüpft in die Rolle eines Piloten, der den Namen und das Erbe des gefallenen Fliegerasses Rex „Wings of Theve” Cope übernimmt. Rex stirbt früh, ein Presseoffizier hält seine Legende am Leben und setzt euch als neues Gesicht an die Spitze der Joker-Staffel. Rex bleibt als Erzählstimme präsent und kommentiert eure Entscheidungen. Mehrere Tests bescheinigen der Geschichte, die zusammenhängendste der Reihe zu sein: Sie mischt Top-Gun-Action mit moralischem Gewicht und einer antikriegerischen Haltung und trägt sich über eine Kampagne von mehr als 20 Stunden.
Besonders gelobt werden die Flügelleute. Baxter, Tasha und Coster haben eigene Handlungsbögen, die sich über die Missionen hinweg entwickeln, und ihre Beziehungen wirken laut Berichten stellenweise wichtiger als die Verbindung zum stummen Protagonisten. Dazu kehren Ja/Nein-Dialogentscheidungen zurück, die den Ablauf einzelner Missionen verändern können, und ihr dürft festlegen, welche Maschinen eure Flügelleute fliegen. Die Staffel „Lux Lunae” von Sotoa taucht in dramatisch inszenierten Bossauftritten auf.
Dogfights, Flugzeuge und Fortschritt
Spielerisch bleibt Wings of Theve der Arcade-Flugkampf, den die Serie ausmacht, wird aber weiterentwickelt. Beim Luftkampf kommt es darauf an, sich hinter den Gegner zu setzen, um Raketen aufzuschalten oder in Kanonenreichweite zu kommen. Die überarbeitete Trefferzone der Bordkanone soll das Schießen verlässlicher und fairer machen als in früheren Teilen. Wetter spielt stärker mit: Vereisung und Blitze erzeugen Gefahren, Wolken bieten Deckung. Staffelbefehle wie „Forward Attack”, „Dispersed Attack”, der Wechsel von Spezialwaffen und ein „Cover”-Befehl für Täuschkörper kehren zurück. Die Steuerung wird als leicht zu erlernen, aber schwer zu meistern beschrieben, wer es genauer will, kann auf Experten-Steuerung umstellen. Die Schwierigkeit lässt sich laut einem Test sogar von Mission zu Mission anpassen.
Das Arsenal umfasst mehr als 30 Flugzeuge zum Start, aufgeteilt in Jäger, Angreifer und Mehrzweckmaschinen, die sich merklich unterschiedlich fliegen. Fortschritt läuft über einen Flugzeugbaum: In Missionen verdiente Punkte schaltet ihr dort neue Maschinen, Spezialwaffen und passive Teile frei. Weil sich nicht alles in einem Durchgang freischalten lässt, lohnt sich eine Wiederholung auf höherem Schwierigkeitsgrad. Jede Maschine ist detailreich modelliert, und die Hangarkamera zeigt sie schön in Szene.
Optisch überzeugt das Spiel mit texturierten Landschaften, simuliertem Wetter, detaillierten Wolken und Effekten wie Wasser auf der Cockpithaube oder Kondensstreifen. Auf der PS5 stehen zwei Modi bereit: Ein Leistungsmodus zielt auf 60 Bilder pro Sekunde bei reduzierter Optik, ein Grafikmodus auf 30 Bilder pro Sekunde mit zusätzlichen Effekten. Die Berichte dazu sind nicht ganz einheitlich: Ein Test meldet keinerlei Fehler oder Bildrisse, ein anderer beobachtete Einbrüche der Bildrate in besonders chaotischen Gefechten mit vielen Explosionen und Gegnern, die im Grafikmodus stärker ausfielen und im Leistungsmodus kaum störten. Der dramatische, cineastische Soundtrack kommt gut an, besonders bei den Bossauftritten und im Hangar.
Online bietet Ace Combat Online einen Luftstützpunkt als Treffpunkt für bis zu 100 Spielerinnen und Spieler, kooperative Einsätze für vier Personen, PvP mit 4-gegen-4, besondere Missionen für bis zu acht Spieler gegen die großen Waffensysteme der Kampagne, zeitlich begrenzte Notfalleinsätze und Events. Es gibt Crossplay-Unterstützung. Kritisiert wird, dass PvP anspruchsvoll und teils frustrierend sein kann. Zusätzlich verkauft Bandai Namco den Premium Ace Pass, der Flugzeug-Skins, Avatar-Kostüme und die spielbare ADFX-02 Morgan Pixy enthält, entweder separat oder über die Deluxe Edition. Das Spiel enthält In-Game-Käufe.
Fazit
Ace Combat 8: Wings of Theve ist eine starke Rückkehr der Serie. Der Luftkampf fühlt sich präzise an, die Geschichte um Rex, die Joker-Staffel und den Krieg um Theve trägt, und mit über 30 Flugzeugen, Staffelbefehlen und Wetter-Effekten gibt es viel zu entdecken. Kleine Schwächen sind die teils repetitive Missionsstruktur, oberflächliche Cutscene-Eingaben und mögliche Einbrüche der Bildrate in chaotischen Gefechten. Wer Flugkampf mag, bekommt hier einen der besten Vertreter des Genres.
