Mit Resonance: A Plague Tale Legacy schickt Asobo Studio die preisgekrönte Reihe in eine unerwartete Richtung: Statt einer direkten Fortsetzung liefert Focus Entertainment ein Prequel, das 15 Jahre vor den Ereignissen von A Plague Tale: Requiem spielt und mit Sophia eine komplett neue Protagonistin einführt. Wir haben uns auf der PS5 durch die Insel Minotaurus gekämpft und schauen, ob der Umstieg von Stealth auf Kampf der Reihe guttut.
Ein Prequel ohne Ratten, dafür mit Klinge
Wer mit Amicia und Hugo weiterziehen wollte, wird zunächst enttäuscht: In Resonance übernehmt ihr stattdessen die Kontrolle über Sophia, eine gewiefte junge Plünderin auf der Flucht, die den Geheimnissen ihrer eigenen Vergangenheit auf der Spur ist. Auch die für die Reihe so prägenden Rattenschwärme fehlen komplett – stattdessen verlagert sich der Fokus spürbar weg vom Schleichen und hin zu handfesten Kämpfen. Sophia kann Angriffe parieren und mit tödlichen Finishern kontern, was dem Spiel ein deutlich actionorientierteres Tempo verleiht als den beiden Vorgängern. Diese Neuausrichtung geht größtenteils auf: Das Zusammenspiel aus Schwertkämpfen, Rätseln und Parkour-Passagen fühlt sich weiterhin cineastisch und stimmig an, auch wenn eingefleischte Fans der schleichlastigen Reihe erst umdenken müssen.
Spielerisch sorgt zudem eine neue Zeitreise-Mechanik für Abwechslung: Ihr wechselt zwischen Sophias Gegenwart im Mittelalter und einer weiter zurückliegenden minoischen Ära, wobei Echos der Vergangenheit eure Rätsel in der Gegenwart beeinflussen. Unterstützt wird das durch eine gestohlene minoische Kugel, mit der ihr Licht gezielt lenkt, um clevere Rätsel rund um den Erbauer Daedalus zu lösen. Diese Kombination aus Zeitebenen-Wechsel und Lichträtseln bringt frischen Wind in die Formel, ohne den erzählerischen Kern der Reihe zu verraten.
Technik: Schöne Ausblicke, aber spürbare Schwächen
Wie schon die Vorgänger lebt auch Resonance von seinen stimmungsvollen Panoramen, und die Außenbereiche rund um Minotaurus-Insel können sich sehen lassen. Sobald ihr jedoch Innenräume betretet, wirken viele Texturen und Oberflächen spürbar unschärfer, als man es von der Reihe gewohnt ist. Auch technisch hakt es: Sowohl im 30-fps-Qualitätsmodus als auch im 60-fps-Performance-Modus treten immer wieder Framerate-Einbrüche auf, wobei uns besonders der Qualitätsmodus trotz höherer optischer Ansprüche nicht vollständig überzeugen konnte. Hinzu kommt ein spürbar langsamer Einstieg, der dem Spiel in den ersten Spielstunden nicht guttut, sich mit fortschreitender Handlung aber deutlich verbessert.
Positiv fällt dagegen die Nutzung des DualSense-Controllers auf: Das haptische Feedback simuliert Sophias Schritte beim Joggen und Sprinten angenehm subtil und trägt spürbar zum Erkundungsgefühl bei – ein kleines, aber wirkungsvolles Detail, das die Immersion unterstützt.
Fazit
Resonance: A Plague Tale Legacy beweist, dass sich die Reihe auch ganz ohne Ratten und mit deutlich mehr Fokus auf Kampf treu bleiben kann: eine cineastische Geschichte, eine sympathische neue Hauptfigur und clevere Rätsel rund um die Zeitreise-Mechanik sorgen für ein rundum stimmiges Abenteuer. Ein zäher Einstieg und spürbare technische Schwächen auf der PS5 trüben den positiven Gesamteindruck aber merklich. Wer über eine holprige Framerate hinwegsehen kann, bekommt hier dennoch eine würdige, wenn auch nicht ganz makellose Ergänzung der A-Plague-Tale-Reihe.
