Mit BioEden liefern Broken Arms Games und Focus Entertainment, bekannt für Titel wie Hundred Days und Under Par Golf Architect, ein betont gemütliches Management-Spiel mit ungewöhnlichem Thema: Statt zu erobern oder auszubeuten, übernehmt ihr die Rolle des Keepers und sollt im Auftrag des Cosmic Collective Leben auf einer verwüsteten Welt zurückbringen. Wir haben uns seit Release am 3. September auf der PS5 durch mehrere Biome gekämpft und schauen, ob aus dem entspannten Konzept auch ein rundes Spiel geworden ist.

Ein Aufbau-Loop mit echtem Wohlfühlfaktor

Statt gegnerische Fraktionen zu bekämpfen, dreht sich bei BioEden alles ums Wiederherstellen: Ihr räumt Trümmer beiseite, baut kleine Solar- und Wasserversorgungen auf, gewinnt DNA-Proben und bringt ausgestorbene Arten in euren Kuppel-Biomen unter, damit sie sich dort erholen und später sogar fortpflanzen können. Jede Art bringt dabei eigene Ansprüche an Temperatur, Feuchtigkeit und Vegetation mit, was für ein angenehmes Maß an Planung sorgt, ohne je wirklich stressig zu werden – ein Umstand, der auch daran liegt, dass es im Spiel keine echten Fail-States gibt. Dieser bewusst entschleunigte Ansatz macht BioEden zu einem Spiel, das man wunderbar nebenbei genießen kann, und der Moment, in dem eine zuvor tote Landschaft langsam wieder Farbe bekommt, sorgt tatsächlich für ein befriedigendes Erfolgsgefühl.

Steuerung auf der PS5 als Schwachstelle

Wo BioEden auf der PS5 aber spürbar schwächelt, ist die Bedienung. Management-Spiele, die stark auf präzises Platzieren von Gebäuden und dichte Menüs setzen, tun sich mit Controllern grundsätzlich schwerer als mit Maus und Tastatur, und BioEden löst dieses Problem nur bedingt. Das Anwählen und Positionieren einzelner Objekte wirkt oft hakeliger, als es müsste, die Hit-Detection bei der Platzierung ist größer bemessen als nötig, und während ein Gebäude noch provisorisch platziert wird, lässt sich die Kamera nicht frei bewegen. Die Menüführung selbst ist zwar übersichtlich gestaltet, im Detail sorgt die Bedienung aber immer wieder für unnötige Reibung in einem eigentlich bewusst entspannten Spiel.

Wenig Tiefe auf lange Sicht

Auch inhaltlich zeigt BioEden nach einigen Spielstunden seine Grenzen. Die einzelnen Gilden unterscheiden sich untereinander nur wenig, das Fortschrittssystem bleibt über weite Strecken repetitiv, und tiefergehende Langzeitsysteme, die das Spiel über die veranschlagten 15 bis 20 Stunden Kampagne hinaus tragen könnten, sucht man vergeblich. Wer bereits Erfahrung mit dem 4X- oder Management-Genre mitbringt, dürfte die Mechaniken zudem recht schnell durchschaut haben – hier hätte BioEden ruhig mutiger sein und mehr Systemvielfalt wagen können.

Fazit

BioEden ist ein charmantes, optisch ansprechendes Wiederaufbau-Spiel mit einer sympathischen Botschaft: Statt zu erobern, dürft ihr hier einfach nur heilen. Der entspannte Loop aus Aufräumen, Bauen und Artenschutz macht durchaus Spaß und sorgt für befriedigende Aha-Momente. Die etwas hakelige Steuerung auf der PS5 und die insgesamt begrenzte Systemtiefe verhindern aber, dass aus dem netten Konzept ein wirklich herausragendes Spiel wird. Für Fans entspannter Management-Spiele dennoch einen Blick wert, alle anderen dürfen ihre Erwartungen an Umfang und Tiefe etwas herunterschrauben.

BioEden Screen
BioEden Review
Gameplay
78
Grafik
76
Sound
84
Steuerung
59
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Entspannter, befriedigender Wiederaufbau-Loop
Sympathisches, unverbrauchtes Konzept statt Eroberung
Optisch ansprechende Biome und Kreaturen
Keine Fail-States, angenehm stressfrei
Guter Einstieg für Genre-Neulinge
Negativ
Hakelige, unpräzise Steuerung auf der PS5
Wenig Unterschiede zwischen den Gilden
Repetitives Fortschrittssystem
Fehlende Langzeittiefe für Genre-erfahrene Spieler:innen
70

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