Mit World of Warcraft: Forever geht Blizzard einen neuen Weg: Statt einfach nur die alten Classic-Server zu wiederholen, wird das ursprüngliche Azeroth neu aufgelegt und soll über Jahre hinweg wachsen. Die Beta läuft seit dem 17. September, der offizielle Start folgt am 4. November. Wir haben uns die Testphase angeschaut und fassen zusammen, was uns gefällt, was noch hakt und worauf ihr euch einstellen könnt.
Chaos zum Start, dann Entspannung
Der Beta-Start war ein Beweis dafür, wie groß das Interesse an klassischem WoW noch immer ist. Fünfstellige Warteschlangen, volle Login-Server und Verbindungsabbrüche prägten die ersten Stunden: Viele Spieler warteten ihre Schlange komplett ab, nur um beim Einloggen rauszufliegen und von vorn zu beginnen. Schon nach wenigen Stunden beruhigte sich die Lage jedoch deutlich, und am nächsten Morgen standen eher Spielfehler bei Quests, Talenten oder der Minimap im Fokus der Fehlerliste. Besonders Mac-Nutzer berichteten von Grafikfehlern, schwarzen Texturen und Abstürzen. Für eine Beta ist das nicht ungewöhnlich, Blizzard hat bis zum Release aber noch einiges an Serverkapazität und Stabilität nachzulegen.
Was die Beta bisher bietet
Der Zugang läuft über eine Anmeldung mit regelmäßigen Einladungen oder über bestimmte Kauf-Bundles wie das Skyborne Epic Pack oder die Forever Collection. Gestartet wurde die Beta mit einer Levelgrenze von 20, seit Anfang Oktober liegt sie bei 30. Raids und Endgame-Inhalte lassen sich also noch nicht testen. Dafür steht die komplette Spielwelt offen, alle Klassen und Völker sind verfügbar, und Dungeons sind bis Uldaman erreichbar, wobei einige auf diesem Level schwer zu schaffen sind. Neu sind die Rasse der Skyborne und die Zone Zephras Isle. Wichtig zu wissen: Alle Fortschritte der Beta sind temporär und verschwinden zum Ende der Testphase am 21. Oktober.
Klassisches Gefühl mit modernen Extras
Das Konzept hinter Forever überzeugt uns in vielen Punkten. Spieler können zwischen modernen HD-Charaktermodellen und den klassischen Originalmodellen wählen, die Animationen wurden überarbeitet, ohne das Classic-Gefühl zu verlieren. Statt klassischer Server gibt es ein Realmlos-System, bei dem ihr ein Regelwerk wählt, etwa PvE, PvP, Rollenspiel oder Hardcore. Dazu kommt ein accountweites Legacy-System, in dem ihr durch Herausforderungen Punkte sammelt. Die Raids bieten jeweils Varianten für 10 und 20 Spieler, PvP erhält ein saisonales Fortschrittssystem, und GDKP-Raids sind verboten. Die Community beschreibt das Ganze treffend als klassisches WoW mit gezielten Komfortverbesserungen. Ein Kritikpunkt, der in den Eindrücken auffällt: Gegner in der offenen Welt wirken teils zu schwach, was gerade erfahrenen Classic-Spielern zu wenig Widerstand bietet.
Zwischenfazit
Die Beta macht Lust auf den Release am 4. November: Das Gerüst aus klassischer Spielwelt, wählbarer Optik und modernisierten Systemen wirkt durchdacht, und die Idee eines über Jahre wachsenden Azeroths hat Potenzial. Offen bleiben die Stabilität zum Launch, die Balance der Gegner und die Frage, wie gut sich das Endgame später anfühlt. Eine Wertung gibt es bei uns erst nach dem offiziellen Release.