Jedes Jahr schickt Cyanide Studio zusammen mit Publisher Nacon eine neue Ausgabe der offiziellen Tour de France-Simulation ins Rennen. Mit der 2026er-Ausgabe soll vor allem ein Punkt für frischen Wind sorgen: dynamisches Wetter, das mitten im Rennen umschlagen kann. Wir haben uns auf den Sattel geschwungen und die 113. Ausgabe der Tour für PS5 getestet.

Tour de France

Wer mit der Serie vertraut ist, weiß, was ihn erwartet: Ihr führt ein Team über 21 Etappen und kämpft um das begehrte Gelbe Trikot. Der Karrieremodus ist in zwei Bereiche unterteilt, dazu kommt der Renn-Modus, in dem sich sowohl die offizielle Tour-Route als auch eigene Strecken fahren lassen. Neu im Kalender sind zwei lizenzierte Rennen: die Muscat Classic im omanischen Hitzeklima sowie das Saisonfinale auf den anspruchsvollen Schotterpisten von Paris-Tours. Insgesamt stehen 100 spielbare Etappen zur Verfügung, dazu ein überarbeiteter Team Time Trial-Modus mit mehr taktischen Möglichkeiten bei der Rollenverteilung im Team.

Gameplay

Das Herzstück des diesjährigen Updates ist zweifellos das dynamische Wetter. Eine Etappe kann unter blauem Himmel starten und mitten im Rennen in strömendem Regen enden – mit direkten Auswirkungen auf Fahrverhalten, Bremswege und Sturzrisiko. Ein neues Tutorial führt gezielt in das Fahren bei Nässe ein, was angesichts der zusätzlichen Komplexität sinnvoll ist. Der Team Time Trial wurde spürbar überarbeitet und lässt euch die Energieverteilung im Team gezielter steuern. Insgesamt bleibt das Spielgefühl aber näher am Vorjahr, als uns lieb ist – wer auf große strukturelle Neuerungen gehofft hat, dürfte etwas enttäuscht werden.

Technik

Hier zeigt sich die größte Schwäche des Spiels. Während die Streckenabschnitte, allen voran ikonische Wahrzeichen wie die Sagrada Família beim Grand Départ in Barcelona, durchaus gelungen wirken, fällt der Kontrast zu den Fahrermodellen deutlich auf. Diese wirken trotz Unreal Engine 5 wenig detailliert und teils generisch, besonders in Zielszenen und bei Siegerehrungen. Neue Details wie wetterabhängige Kleidung und die Trikots der Nationalmeister sind ein netter Immersionsbonus, können den insgesamt in die Jahre gekommenen Gesamteindruck aber nicht vollständig ausgleichen.

Die Klangkulisse bewegt sich spürbar unterhalb dessen, was man von aktuellen Sport-Simulationen gewohnt ist. Weder Kommentar noch Umgebungsgeräusche können mit Genre-Größen wie den F1-Spielen mithalten, sodass beim Sound insgesamt eher Mittelmaß herrscht.

Die Steuerung bleibt solide und zugänglich, profitiert aber merklich vom neuen Wettersystem: Bei Nässe müsst ihr Linienwahl und Balance eures Fahrers deutlich bewusster einsetzen, um nicht ins Rutschen zu geraten. Für Genre-Neulinge ist der Einstieg dank Tutorial machbar, erfahrene Spieler werden die feinere Kontrolle bei technischen Abfahrten zu schätzen wissen.

Fazit

Tour de France 2026 ist ein solides, aber kein aufregendes Update. Die dynamische Wettermechanik bringt frischen Wind ins altbekannte Renngeschehen und sorgt für mehr taktische Tiefe, kann die spürbaren Schwächen bei Grafik und Sound aber nicht wettmachen. Für eingefleischte Radsport-Fans, die jährlich zuschlagen, bleibt es ein solider Pflichtkauf. Wer nur gelegentlich ins Renngeschehen einsteigen will, findet in Vorgängerteilen bereits einen Großteil dessen, was hier geboten wird.

Rennen
Tour de France 2026 Review
Gameplay
74
Grafik
62
Sound
60
Steuerung
76
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Dynamisches Wetter sorgt für mehr taktische Tiefe
Überarbeiteter Team Time Trial-Modus
Zwei neue lizenzierte Rennen (Muscat Classic, Paris-Tours)
Authentische Streckenabschnitte mit echten Wahrzeichen
Negativ
Fahrermodelle wirken generisch und wenig detailliert
Sound bleibt hinter Genre-Standards zurück
Kaum strukturelle Neuerungen gegenüber dem Vorjahr
69

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