Speedball auf der PS5 ist ein kompromisslos schnelles Arcade-Sportspiel, das alte Schulhof-Härte mit modernem Arena-Design verbindet. Statt realistischer Sportregeln setzt Speedball voll auf Tempo, Kollisionen und punktelastige Action. Schon nach den ersten Minuten wird klar: Hier geht es nicht um feine Technik oder taktisches Abwarten – sondern um aggressive Spielzüge, präzises Timing und den permanenten Kampf um die Kontrolle des Feldes.
Das Gameplay ist leicht zu verstehen, aber schwer zu meistern. Zwei Teams prallen in einer futuristischen Arena aufeinander, während ein Ball möglichst schnell ins gegnerische Tor oder in Bonuszonen befördert werden muss. Gleichzeitig fliegen Tacklings, Power-Ups und harte Zusammenstöße über das Spielfeld. Besonders gelungen ist dabei das direkte Spielgefühl: Pässe, Würfe und Angriffe reagieren prompt auf Eingaben, wodurch jede Aktion sofortige Konsequenzen hat. Ein kleiner Fehler kann schnell zu einem Gegentor führen, ein clever platzierter Angriff dagegen das komplette Match drehen.
Die Matches selbst sind kurz und intensiv, was perfekt zu schnellen Spielsessions passt. Man ist ständig in Bewegung, sammelt Punkte über Treffer, Bonusflächen und erfolgreiche Aktionen und versucht gleichzeitig, das gegnerische Team physisch unter Druck zu setzen. Gerade dieser Mix aus Sport und Prügelei gibt Speedball seinen eigenen Charakter. Allerdings merkt man nach längerer Spielzeit, dass sich die grundlegende Struktur der Partien kaum verändert – wer viel Abwechslung in Spielmodi oder Mechaniken erwartet, könnte irgendwann ein Déjà-vu-Gefühl bekommen.
Grafisch präsentiert sich Speedball sauber und funktional. Die Arenen sind übersichtlich gestaltet, Effekte bei Treffern und Power-Ups sorgen für visuelles Feedback, ohne das Geschehen unlesbar zu machen. Auf der PS5 läuft das Spiel stabil und flüssig, auch wenn mehrere Spieler gleichzeitig kollidieren. Der Stil bleibt bewusst schlicht und arcade-lastig – technisch beeindruckende Details sucht man vergeblich, dafür ist jederzeit klar erkennbar, was auf dem Spielfeld passiert. Das kommt der Spielbarkeit zugute, wirkt aber insgesamt etwas nüchtern.
Der Sound unterstützt das schnelle Spieltempo mit treibenden Beats und knackigen Effekten bei Treffern oder Kollisionen. Besonders die harten Zusammenstöße werden akustisch gut vermittelt. Die Musik pusht zwar, bleibt aber auf Dauer recht gleichförmig, sodass sie nach mehreren Matches eher Hintergrundrauschen wird als echtes Highlight.
Die Steuerung ist unkompliziert und schnell erlernt. Bewegungen, Würfe und Spezialaktionen gehen leicht von der Hand, wodurch man sich rasch auf das eigentliche Spiel konzentrieren kann. Gerade im Multiplayer – lokal oder online – zeigt Speedball seine stärkste Seite. Gegen echte Gegner entstehen deutlich dynamischere Matches als gegen die solide, aber vorhersehbare KI. Online-Partien laufen stabil, wobei der Spielspaß stark davon abhängt, wie ausgeglichen die Teams zusammengestellt werden.
Mein persönlicher Eindruck: Speedball ist ein Spiel für kurze, intensive Dosen. Es macht Spaß, sich für ein paar Runden in die Arena zu stürzen, aggressive Spielzüge auszuprobieren und knappe Siege zu feiern. Für lange Solo-Sessions fehlt jedoch etwas die Tiefe, um dauerhaft zu fesseln. Als Multiplayer-Titel oder schneller Arcade-Happen zwischendurch funktioniert das Konzept deutlich besser.
Unterm Strich liefert Speedball auf der PS5 schnörkellose Arena-Action mit hohem Tempo und direkter Steuerung. Es ist kein komplexer Sporttitel, sondern ein kompromissloses Arcade-Spiel, das vor allem durch seine Härte und Geschwindigkeit auffällt. Wer schnelle Matches, körperbetontes Gameplay und kompetitive Runden mag, bekommt hier genau das – wer langfristige Motivation oder große spielerische Vielfalt sucht, wird eher nur kurzfristig abgeholt.