Mit Screamer bringt das italienische Studio Milestone einen überraschend frischen Ansatz ins Racing-Genre. Statt realistischer Simulation setzt das Spiel auf einen Mix aus Arcade-Action, Storytelling und Anime-Inszenierung – und hebt sich damit deutlich von der Konkurrenz ab. Doch genau dieser Mut zur Andersartigkeit ist Fluch und Segen zugleich.

Arcade-Racing trifft auf Kampfmechaniken

Screamer ist kein klassisches Rennspiel. Hier geht es nicht nur um die schnellste Linie, sondern auch ums Überleben. Neben Boosts und Drifts stehen offensive und defensive Fähigkeiten zur Verfügung, die über ein Energiesystem gesteuert werden. Gegner können aktiv attackiert und sogar ausgeschaltet werden, was dem Spiel fast schon Fighting-Game-Elemente verleiht.

Das sorgt für intensive Rennen, verlangt aber auch Umgewöhnung. Besonders das sogenannte Twin-Stick-System – bei dem ein Stick für das Lenken und der andere fürs Driften genutzt wird – ist innovativ, fühlt sich aber anfangs ungewohnt und teilweise unpräzise an.

Ein echtes Highlight ist die Story. Statt trockener Menüs erwartet dich ein kompletter Story-Modus mit Charakteren, Dialogen und animierten Zwischensequenzen im Anime-Stil. Das Spiel erzählt von einem brutalen Untergrund-Turnier in einer dystopischen Zukunft, in dem jeder Fahrer eigene Motive verfolgt – von Rache bis Machtstreben.

Diese starke Narrative hebt Screamer deutlich von anderen Racern ab. Allerdings: Nicht jeder wird die vielen Dialoge und die teilweise langsame Erzählweise mögen.

Grafik und Präsentation

Technisch basiert Screamer auf der Unreal Engine 5 und liefert eine stylische, neongetränkte Optik. Die Mischung aus Cyberpunk und Anime funktioniert hervorragend und sorgt für einen einzigartigen Look im Genre.

Besonders die Zwischensequenzen und Charakterdesigns stechen hervor. Die Rennen selbst sind schnell, bunt und spektakulär – auch wenn Streckendesign und Geschwindigkeitsgefühl nicht immer perfekt harmonieren.

Neben der Kampagne bietet Screamer klassische Modi wie Arcade-Rennen sowie Online- und lokalen Multiplayer. Bis zu 16 Spieler online sorgen für ordentlich Chaos auf der Strecke.

Zum Launch gab es allerdings Probleme mit der Online-Stabilität, die inzwischen per Updates verbessert wurden. Der Soundtrack setzt stark auf Synthwave und futuristische Beats, passend zur Cyberpunk-Welt. Soundeffekte sind wuchtig und unterstreichen die Action. Die englische Vertonung ist solide, aber nicht überragend.

Fazit

Screamer ist ein mutiger und ungewöhnlicher Arcade-Racer, der sich bewusst von klassischen Rennspielen abgrenzt. Die Mischung aus Story, Anime-Optik und Combat-Gameplay funktioniert überraschend gut, auch wenn die Steuerung und das Fahrgefühl nicht jeden überzeugen werden. Wer etwas Neues sucht, bekommt hier ein einzigartiges Erlebnis – Puristen könnten jedoch Probleme mit dem untypischen Gameplay haben.

Anime Racer
Screamer Review
Gameplay
82
Grafik
88
Sound
83
Steuerung
75
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Frischer Mix aus Racing, Story und Combat
Stylische Anime-/Cyberpunk-Präsentation
Interessante Charaktere und Story
Umfangreiche Modi inkl. Multiplayer
Negativ:
Ungewöhnliche Steuerung gewöhnungsbedürftig
Fahrgefühl teilweise unpräzise
Story-Tempo nicht für jeden geeignet
Kaum Fokus auf klassisches Racing-Feeling
82

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