Drei Jahre nach dem ursprünglichen Release schafft es Diablo IV endlich auf eine Nintendo-Konsole: Seit dem 15. September ist Diablo IV: Age of Hatred Collection für die Nintendo Switch 2 erhältlich und bringt neben dem Hauptspiel gleich beide bisherigen Erweiterungen mit, Vessel of Hatred und Lord of Hatred. Wir haben uns durch Sanktuario gekämpft, sowohl angedockt als auch unterwegs, und schauen, wie gut sich Blizzards Action-Rollenspiel auf Nintendos Hybrid-Konsole schlägt.

Ein waschechtes Diablo, das nichts vermissen lässt

Inhaltlich bekommt ihr auf der Switch 2 das volle Programm: die düstere Geschichte rund um Lilith und ihr wachsendes Dämonenheer, sämtliche Klassen, das komplette Endgame samt Saisons und beide großen Erweiterungen inklusive. Wer die Reihe von PC, PS5 oder Xbox kennt, findet hier ein waschechtes, ungekürztes Diablo IV vor – keine reduzierte Handheld-Fassung mit gestrichenen Inhalten, sondern das echte Spiel. Blizzard hat der Switch-2-Version zudem spürbar Mühe gegeben: Touchscreen-Steuerung in den Menüs, USB-Unterstützung für Maus und Tastatur, Controller-Rumble, umfangreiche Barrierefreiheitsoptionen und sogar Nintendos GameChat-Funktion sind mit an Bord. Bestehende Spieler:innen können dank Cross-Progression zudem nahtlos an ihrem Fortschritt von anderen Plattformen anknüpfen.

Handheld ist die große Stärke

Am meisten überzeugt Diablo IV auf der Switch 2 dort, wo man es vielleicht am wenigsten erwartet hätte: im mobilen Betrieb. Im Handheld-Modus stehen euch wahlweise 30 fps bei 1080p oder ein Performance-Modus mit 40 fps zur Verfügung, und Letzterer läuft überraschend rund – das gehetzte, actionreiche Kampfgefühl der Reihe geht auf dem kleinen Bildschirm erstaunlich wenig verloren, und wir haben während unserer Sessions selten mit spürbaren Framerate-Problemen zu kämpfen gehabt. Dass sich ein derart umfangreiches, technisch forderndes Action-RPG so gut tragbar spielen lässt, ist für sich genommen schon eine kleine Überraschung und macht den größten Reiz dieser Fassung aus.

Docked-Modus mit spürbaren Schwächen

Weniger rund läuft es dagegen im angedockten Betrieb: Zwar bietet auch hier ein Qualitätsmodus mit 1440p bei 30 fps sowie ein 40-fps-Performance-Modus (Letzterer setzt allerdings einen kompatiblen 120-Hz-Bildschirm voraus) theoretisch die bessere Bildqualität, in der Praxis zeigt sich die Switch 2 im Docked-Betrieb aber merklich unrunder als im Handheld-Modus, mit gelegentlichen Framerate-Einbrüchen gerade in actionreichen Momenten mit vielen Gegnern und Effekten auf dem Bildschirm. Optisch reicht die Switch-2-Fassung erwartungsgemäß nicht ganz an die PS5-Version heran, stellt aber einen klaren Schritt nach vorn gegenüber der Optik älterer Konsolengenerationen dar.

Zu beachten ist außerdem, dass für Diablo IV auf der Switch 2 durchgehend eine Internetverbindung sowie ein Battle.net-Account erforderlich sind, für Online-Funktionen inklusive Crossplay wird zudem eine aktive Nintendo-Switch-Online-Mitgliedschaft vorausgesetzt – reines Offline-Spielen ist also nicht möglich.

Fazit

Diablo IV: Age of Hatred Collection ist ein gelungener, inhaltlich kompletter Port, der vor allem im Handheld-Modus überzeugt und zeigt, wie weit die Switch 2 als mobile Spieleplattform inzwischen gekommen ist. Der Docked-Modus fällt dagegen spürbar hinter die Erwartungen zurück und dürfte in kommenden Patches noch nachgebessert werden müssen. Wer Diablo IV vor allem unterwegs spielen möchte, bekommt hier eine der besten Handheld-Umsetzungen eines großen Action-RPGs der letzten Jahre – wer überwiegend am Fernseher zockt, sollte technisch noch etwas Geduld mitbringen.

diablo 4
Diablo IV: Age of Hatred Collection im Test
Gameplay
90
Grafik
75
Sound
85
Steuerung
80
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Vollständiges, ungekürztes Diablo IV inkl. beider Erweiterungen
Handheld-Modus überraschend flüssig und rund
Umfangreiche Zusatzfeatures (Touchscreen, Maus/Tastatur, GameChat)
Klarer optischer Fortschritt gegenüber älteren Konsolengenerationen
Negativ
Docked-Modus mit spürbaren Framerate-Einbrüchen
40-fps-Modus im Docked-Betrieb benötigt 120-Hz-Bildschirm
Durchgehende Internetverbindung und Battle.net-Account zwingend erforderlich
84

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