Mit San-Jose-Sharks-Star Macklin Celebrini auf dem Cover schickt EA Vancouver die Eishockey-Simulation in eine neue Saison, die vor allem mit einem massiven Präsentations-Update aufwarten will. Wir haben uns auf der PS5 durch mehrere Partien, den Franchise-Modus und Be a Pro gespielt und schauen, ob NHL 27 auch spielerisch den großen Sprung schafft.

Präsentation auf einem neuen Level

Der auffälligste Fortschritt gegenüber dem Vorjahr zeigt sich schon vor dem ersten Bully: Sämtliche 32 NHL-Arenen wurden mit individuellen Details, Jumbotrons, Lichtstimmung und vereinsspezifischer Atmosphäre neu aufgebaut. Lizenzierte Torhymnen feuern nach jedem Treffer, Maskottchen arbeiten während Überzahlsituationen die Ränge ab, und die neue Orchestrator-Kamera schneidet bei Spielunterbrechungen gekonnt zu Bänken, Trainerstab und Zuschauerrängen, damit die Halle nie leer wirkt. Auch der Sound wurde spürbar aufgewertet: Statt generischer Hard-Rock-Berieselung untermalen nun echte, team- und saisonspezifische Songs das Geschehen. Unterm Strich ist NHL 27 damit klar das bislang stimmigste Präsentationspaket, das EA in dieser Konsolengeneration abgeliefert hat.

Spielerisch solide, aber kein Neuanfang

Auf dem Eis selbst hat sich EA Vancouver einiger altbekannter Kritikpunkte angenommen: Die früher dominanten Arcade-Elemente wie endlose Dauer-Dekes mit permanentem Turbo wurden zurückgeschraubt, der berüchtigte Sichtfeld-Exploit über den linken Trigger ist verschwunden, und der Stick-Lift feiert samt automatischer Strafe sein Comeback. Intelligente Positionierung und Geschwindigkeitsstaffelung sollen zudem für glaubwürdigere Trennung zwischen Offensive und Defensive sorgen. In der Praxis führt das zu spürbar cleverer agierenden Gegner:innen, vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden – auf Standardeinstellung bleibt das Spielgefühl dagegen dem Vorjahr recht ähnlich, und gelegentliche seltsame KI-Entscheidungen sind uns weiterhin aufgefallen.

Der große strukturelle Neuzugang ist der Connected-Franchise-Modus, der es euch erstmals erlaubt, gemeinsam mit Freund:innen als GM-Team zu agieren, Trades auszuhandeln und parallel online gegeneinander anzutreten – ein echter Fortschritt für alle, die den Franchise-Modus bislang nur solo erlebt haben. Be a Pro bekommt dagegen deutlich weniger Aufmerksamkeit und bleibt inhaltlich weitgehend beim Stand des Vorjahres, während der Kartenmodus HUT strukturell ebenfalls kaum verändert wurde.

Fazit

NHL 27 ist optisch und akustisch zweifellos das bislang beeindruckendste Paket der Serie und macht mit dem neuen Connected-Franchise-Modus einen echten Schritt nach vorn für alle, die die Liga gemeinsam mit Freund:innen managen wollen. Wer allerdings auf eine grundlegende Überarbeitung des eigentlichen Eishockey-Gefühls gehofft hatte, wird enttäuscht: Unter der glänzenden neuen Oberfläche steckt größtenteils weiterhin das bekannte NHL-26-Fundament. Für Serien-Neulinge und alle, die Wert auf Präsentation legen, eine klare Empfehlung – Vielspieler:innen der letzten Jahre sollten ihre Erwartungen dagegen etwas dämpfen.

Stadion
NHL 27 Review
Gameplay
80
Grafik
90
Sound
90
Steuerung
84
Leserwertung0 Bewertungen
0
Positiv
Alle 32 Arenen individuell und authentisch nachgebaut
Lizenzierte Torhymnen und starke Sound-Kulisse
Neuer Connected-Franchise-Modus für gemeinsames Spiel mit Freund:innen
Klügere Gegner-KI auf höheren Schwierigkeitsgraden
Negativ
Be a Pro erhält kaum neue Inhalte
HUT strukturell praktisch unverändert
Vereinzelt weiterhin seltsame KI-Entscheidungen auf dem Eis
86

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