Horror oder nur ein weiteres Standard Remake?
Mit The Sinking City 2 verfolgt Frogwares einen deutlich anderen Ansatz als noch beim Vorgänger. Statt den Fokus auf umfangreiche Ermittlungen und klassische Detektivmechaniken zu legen, rückt der Nachfolger das reine Survival-Horror-Erlebnis in den Vordergrund. Wer den ersten Teil vor allem wegen seiner Ermittlungsarbeit mochte, sollte sich daher auf eine spürbar veränderte Spielerfahrung einstellen. Die Entwickler betonen, dass dieser Richtungswechsel bewusst gewählt wurde, um die Atmosphäre zu verdichten und die Spieler stärker in die Rolle eines verletzlichen Protagonisten zu versetzen.
Die Handlung führt die Spieler nach Arkham, eine Stadt, die von Überschwemmungen, Verfall und übernatürlichen Schrecken geprägt ist. Schon der Einstieg vermittelt ein Gefühl der Isolation: Gebäude stehen halb im Wasser, Straßen sind zerstört, und die wenigen Überlebenden wirken traumatisiert oder feindselig. In dieser Umgebung gilt es, sich gegen monströse Kreaturen zu behaupten, während Munition, Heilmittel und andere Ressourcen knapp bleiben. Genau dieser bewusste Umgang mit begrenzten Mitteln soll für anhaltende Spannung sorgen und jede Begegnung mit den Kreaturen zu einer echten Herausforderung machen. Frogwares möchte damit erreichen, dass Spieler jede Entscheidung – sei es ein Kampf, eine Flucht oder das Durchsuchen eines Gebäudes – sorgfältig abwägen müssen.
Auch bei der Erkundung setzt das Studio auf Atmosphäre statt Größe. Arkham ist kein weitläufiges Open-World-Gebiet, sondern ein dichtes, bedrückendes Setting, das seine Geschichten durch Umgebungsdetails erzählt. Verlassene Wohnungen, überflutete Keller, improvisierte Barrikaden und kryptische Hinweise vermitteln das Gefühl, dass die Stadt selbst ein Charakter ist. Zwar verschwinden Rätsel und optionale Ermittlungen nicht vollständig, doch sie dienen eher als Ergänzung zum eigentlichen Survival-Horror-Konzept. Statt komplexer Fallakten erwarten die Spieler kleinere, stimmungsvolle Aufgaben, die das Weltbild erweitern und zusätzliche Hintergrundinformationen liefern.
Besonders interessant ist die neue Gewichtung der Kämpfe. Während der erste Teil oft kritisiert wurde, weil die Action mechanisch nicht mit den Ermittlungen mithalten konnte, soll The Sinking City 2 hier deutlich zulegen. Die Demo zeigt bereits, dass Gegner aggressiver agieren, die Umgebung stärker einbezogen wird und Waffen ein spürbares Gewicht besitzen. Gleichzeitig bleibt der Spieler verletzlich: Treffer sind schmerzhaft, Heilung ist begrenzt, und selbst einfache Kreaturen können zur Bedrohung werden, wenn man unvorbereitet ist. Diese Mischung aus taktischem Vorgehen und ständiger Unsicherheit soll das Gefühl verstärken, in einer Welt zu überleben, die sich aktiv gegen einen richtet.
Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, muss nicht bis zum Release warten. Eine spielbare Demo steht bereits auf Steam bereit und vermittelt einen ersten Eindruck von Kämpfen, Erkundung und der neuen Ausrichtung des Spiels. Die Vollversion erscheint am 18. August 2026 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Frogwares plant zudem weitere Einblicke in Form von Entwicklertagebüchern und Gameplay-Videos, die in den kommenden Wochen veröffentlicht werden sollen.
Unsere Meinung zu The Sinking City 2
Mit The Sinking City 2 scheint Frogwares bewusst auf eine klarere Identität zu setzen. Der Nachfolger orientiert sich stärker an klassischen Survival-Horror-Tugenden, ohne seine Lovecraft-Wurzeln aufzugeben. Die neue Ausrichtung wirkt fokussierter, atmosphärischer und spielmechanisch runder als beim Vorgänger. Ob der Richtungswechsel bei Fans des ersten Teils gut ankommt, wird sich zum Release zeigen – das Potenzial für ein intensives, bedrückendes Horror-Erlebnis ist jedenfalls vorhanden.