Mit Marathon kehrt Bungie nach Jahren zu einer ihrer ältesten Marken zurück – allerdings in völlig neuem Gewand. Statt klassischem Story-Shooter erwartet euch hier ein moderner Extraction-Shooter, der sich klar an aktuellen Trends orientiert. Doch kann das Spiel auf der PS5 wirklich überzeugen oder bleibt es hinter den Erwartungen zurück?
Ein frischer Ansatz mit bekannten Stärken
Marathon ist ein Multiplayer-Extraction-Shooter, in dem ihr als sogenannter Runner auf dem Planeten Tau Ceti IV unterwegs seid. Ziel ist es, wertvolle Beute zu sammeln und lebend aus der Zone zu entkommen – denn wer stirbt, verliert alles.
Das Gameplay kombiniert PvE- und PvP-Elemente, wodurch jederzeit sowohl KI-Gegner als auch andere Spieler zur Gefahr werden. Diese Mischung sorgt für eine konstante Spannung, da jede Entscheidung Konsequenzen hat. Besonders Fans von Spielen wie Escape from Tarkov werden sich schnell zurechtfinden.
Bungie-typisch überzeugt vor allem das Gunplay. Waffen fühlen sich präzise und wuchtig an, Trefferfeedback ist hervorragend und sorgt für ein unmittelbares Spielgefühl. Genau hier zeigt sich die Erfahrung der Entwickler, die bereits mit Halo und Destiny Maßstäbe gesetzt haben.
Gameplay: Zwischen Nervenkitzel und Frust
Die größte Stärke von Marathon ist gleichzeitig auch seine größte Hürde. Das Spiel verlangt Geduld, taktisches Vorgehen und ein gutes Team. Wer unüberlegt handelt, wird schnell bestraft.
Das sogenannte Extraction-System sorgt für intensive Momente: Habt ihr seltene Ausrüstung gefunden, steigt der Druck enorm. Jeder Schritt Richtung Evakuierung wird zum Nervenspiel.
Allerdings ist das Spiel nicht besonders einsteigerfreundlich. Gerade zu Beginn kann die Komplexität überfordern. Viele Systeme werden nur unzureichend erklärt, was den Einstieg erschwert. Auch das Loot- und Fortschrittssystem wirkt teilweise sperrig.
Dennoch zeigt sich nach einigen Stunden ein klarer Reiz: Wer sich einarbeitet, wird mit spannenden Matches und einer motivierenden Progression belohnt. Einige Tests beschreiben das Spiel sogar als „Hit für Geduldige“.
Technik und Grafik: Stilvoll, aber nicht perfekt
Optisch setzt Marathon auf einen auffälligen Sci-Fi-Stil mit bunten Neonfarben und einer sehr eigenen Ästhetik. Dieser Look hebt das Spiel klar von anderen Shootern ab und sorgt für Wiedererkennungswert.
Auf der PS5 läuft das Spiel stabil und flüssig, ohne größere Performance-Probleme. Besonders auf der PS5 Pro wird sogar mit sehr hohen Auflösungen geworben.
Dennoch gibt es Kritikpunkte: Die Grafik wirkt technisch teilweise einfacher als erwartet und setzt mehr auf Stil als auf Realismus. Das ist Geschmackssache – nicht jeder wird mit dem Look warm.
Sound und Atmosphäre
Sounddesign ist eine der großen Stärken des Spiels. Waffen klingen kraftvoll, Umgebungsgeräusche erzeugen Spannung und die Musik unterstreicht die düstere Sci-Fi-Stimmung hervorragend.
Besonders in ruhigen Momenten, wenn ihr durch verlassene Gebiete schleicht, entfaltet sich eine dichte Atmosphäre. Sobald jedoch Gefechte starten, wird das Spiel akustisch intensiv und treibend.
Die größten Schwächen: UI und Langzeitmotivation
So stark das Gameplay auch sein kann, Marathon kämpft mit einigen Problemen. Besonders die Benutzeroberfläche steht stark in der Kritik. Sie wirkt überladen, unübersichtlich und erschwert die Navigation erheblich.
Ein weiterer Punkt ist die Langzeitmotivation. Zwar bietet das Spiel solide Mechaniken, doch Inhalte könnten auf Dauer repetitiv wirken. Gerade im Vergleich zu anderen Live-Service-Spielen fehlt es aktuell noch an Abwechslung.
Trotzdem zeigen erste Spielerbewertungen, dass viele Nutzer Spaß mit dem Titel haben und das Spiel positiv aufnehmen.
Fazit
Marathon ist kein Spiel für jeden. Wer einen klassischen Story-Shooter erwartet, wird enttäuscht sein. Doch wer sich auf das Extraction-Konzept einlässt, bekommt einen intensiven, taktischen Shooter mit hervorragendem Gunplay und einer einzigartigen Atmosphäre.
Das Spiel braucht Zeit, Geduld und definitiv noch Feinschliff – besonders bei der Benutzeroberfläche und dem Content. Dennoch steckt hier enormes Potenzial, das Bungie in Zukunft weiter ausbauen kann.
