Der neueste Teil der Reihe kommt ohne Umschweife zur Sache und wirft euch direkt in eine Sequenz des finalen Kampfes zwischen Izuku Midoriya und seinem Erzfeind Shigaraki. Obwohl ihr zu diesem Zeitpunkt mit der Steuerung noch nicht vollständig vertraut seid, landet ihr bereits eure ersten Treffer mithilfe der gewaltigen Kräfte von One for All. Wer mit Anime oder Manga nicht bis zum Ende vertraut ist, dürfte hier allerdings zunächst nur schwer folgen können.
Mit My Hero Academia: All’s Justice richtet sich Bandai Namco ganz klar an Fans, die die Geschichte bis zum finalen Kapitel verfolgt haben. In unserem Test der PS5-Version verraten wir euch, welche Spielmodi euch erwarten, wie sich das überarbeitete Kampfsystem spielt und ob sich das große Finale auch in Spielform lohnt.
Unterwegs im virtuellen Hub
Nach der ersten Vorschau auf den finalen Kampf erwartet euch ein eigens für My Hero Academia: Alls Justice animiertes Intro. Dieses stellt zahlreiche bekannte Charaktere der Serie in den Mittelpunkt und wird durch ausgewählte Anime-Sequenzen aus der bisherigen Handlung ergänzt.
Im Anschluss übernehmt ihr die Rolle von Izuku Midoriya und findet euch in einem virtuellen Hub wieder, der als Ausgangspunkt für sämtliche Aktivitäten dient. Die Hub-Welt stellt eine kleine Stadt dar, in der ihr euch frei bewegen und auf bekannte Gesichter treffen könnt. Über euer Smartphone erhaltet ihr Zugriff auf die verschiedenen Spielmodi. Dazu zählen unter anderem die neuen Team-Up-Missionen, der Storymodus, Archivkämpfe, freier Kampf, Training, Tutorials sowie der Online-Modus.


Innerhalb der Team-Up-Missionen wählt ihr unterschiedliche Charaktere aus dem Umfeld von Izuku und seinen Freunden, erkundet die Stadt und erledigt Haupt-, Neben- und Sondermissionen, bei denen eure Unterstützung gefragt ist. Dabei kommt es selbstverständlich regelmäßig zu Kämpfen. Abhängig vom gewählten Charakter unterscheidet sich zudem die Art der Fortbewegung innerhalb der Stadt.
Die Archivkämpfe lassen euch sowohl bekannte Gefechte aus den Vorgängern erneut erleben als auch neue Schlüsselmomente, die zeitlich kurz vor dem finalen Story-Arc angesiedelt sind.
Abseits der erzählerischen Inhalte könnt ihr euch im freien Kampf austoben. Dieser ist sowohl lokal gegen Computergegner oder gemeinsam mit Freunden als auch online spielbar. Der Online-Modus bietet zusätzlich ein Ranglistensystem, das für langfristige Motivation und kompetitive Matches sorgt.

Ein intensiver Story-Modus
Im Gegensatz zu My Hero Ones Justice 2, das die Handlung noch bis zum Overhaul-Arc aus Staffel 4 erzählte, konzentriert sich My Hero Academia: Alls Justice vollständig auf das große Finale der Serie. Der Story-Modus setzt unmittelbar beim Final War Arc an und begleitet euch durch die entscheidenden Ereignisse der siebten sowie der abschließenden achten Staffel.
Ohne lange Vorrede findet ihr euch mitten im eskalierenden Krieg zwischen Helden und Schurken wieder. Deku, Bakugo und zahlreiche weitere bekannte Figuren stellen sich ein letztes Mal Tomura Shigaraki und seinen Verbündeten entgegen. Dabei habt ihr die Möglichkeit, viele der eindrucksvollsten und emotionalsten Kämpfe der finalen Anime-Phase selbst zu erleben und aktiv mitzugestalten.

Für Fans hält der Story-Modus zudem einen besonderen Bonus bereit. Neben der bekannten Handlung erwartet euch eine eigens für Alls Justice geschriebene alternative Version des finalen Kampfes, die neue Perspektiven auf das Ende der Geschichte eröffnet. Auch abseits davon integriert das Spiel zusätzliche originale Szenen, die die bekannte Story sinnvoll erweitern und vertiefen.
Deutlich verbessert präsentiert sich zudem die Inszenierung. Während weiterhin einzelne Standbilder aus der Anime-Serie genutzt werden, setzt Alls Justice deutlich häufiger auf aufwendig gestaltete Zwischensequenzen. Diese sorgen nicht nur für eine stärkere emotionale Bindung, sondern lassen das Finale der Serie noch einmal besonders spektakulär wirken.
Ein verbessertes Kampfsystem
Im Zentrum von My Hero Academia: All’s Justice stehen schnelle und wuchtige Gefechte, die nahezu jeden Spielmodus prägen. Ob Story, Missionen oder freier Kampf, früher oder später landet ihr immer in der Arena. Jeder Kämpfer verfügt dabei über ein umfangreiches Repertoire aus Basisangriffen, mehreren Spezialfähigkeiten sowie defensiven Optionen wie Blocken oder Ausweichen. Bewegungsaktionen wie Sprinten und Springen gehören ebenso zum festen Bestandteil, ergänzt durch temporäre Verstärkungen und mächtige Ultimate-Attacken, die den typischen Bombast der Serie widerspiegeln.
Um sowohl Serienveteranen als auch Neueinsteigern gerecht zu werden, bietet das Spiel zwei unterschiedliche Steuerungsoptionen. Im normalen Modus unterstützt euch das Spiel aktiv und erleichtert unter anderem das Ausführen von Kombos. Wer hingegen die volle Kontrolle bevorzugt, greift zum manuellen Modus und setzt sämtliche Aktionen präzise selbst um.

Grundlegend folgen alle Kämpfer denselben Spielmechaniken, dennoch fühlt sich kein Charakter wie der andere an. Die individuellen Quirks, Fähigkeiten und Kampfrollen sorgen dafür, dass sich Helden und Schurken deutlich voneinander unterscheiden und jeweils eigene Spielstile mitbringen. Auch bekannte Charaktere aus den Vorgängern wurden spielerisch überarbeitet und fühlen sich frischer an als zuvor.
Spürbar verändert wurde zudem das allgemeine Kampfgefühl. Der Verzicht auf Doppelsprünge lässt die Auseinandersetzungen geerdeter und kontrollierter wirken. Stattdessen liegt der Fokus stärker auf gezielten Ausweichmanövern, Kontern und dem Unterbrechen gegnerischer Angriffe. Neben den bekannten Plus-Ultra-Attacken wurde außerdem der neue Rising-Modus eingeführt. Dieser versetzt euren Charakter zeitweise in einen verstärkten Zustand und sorgt nicht nur spielerisch, sondern auch visuell für zusätzliche Dynamik in den Kämpfen.

Grafik, Technik und Sound
Visuell setzt My Hero Academia: Alls Justice die beliebte Anime-Vorlage äußerst stimmig um. Die detaillierten Charaktermodelle, dynamischen Spezialeffekte und die kraftvolle Inszenierung der Kämpfe sorgen dafür, dass sich jede Auseinandersetzung wie eine direkt spielbare Anime-Episode anfühlt. Gerade Fans der Serie werden sich über die hohe Wiedererkennbarkeit und die liebevolle Umsetzung der bekannten Figuren freuen.
Technisch zeigt die PS5-Version zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch kleinere Schwächen. In besonders schnellen oder effektreichen Gefechten kommt es vereinzelt zu kurzen Rucklern und spürbaren Einbrüchen der Bildrate. Diese können den Spielfluss beeinträchtigen und wirken sich stellenweise sogar auf das Kampfgeschehen aus. Hier besteht noch Optimierungsbedarf, den hoffentlich kommende Updates beheben werden.
Deutlich souveräner präsentiert sich hingegen die akustische Seite. Die Musik greift bekannte Stücke aus der Anime-Serie auf und treibt die Action in den Kämpfen wirkungsvoll voran. Untermalt wird das Ganze von einer hochwertigen englischen sowie japanischen Sprachausgabe mit den Originalsprechern, die maßgeblich dazu beiträgt, das Gefühl eines interaktiven Anime-Kampfes zu vermitteln.

Unser Fazit zu My Hero Academia: Alls Justice
My Hero Academia: All’s Justice ist ein gelungener 3D-Arena-Fighter, der mit sinnvollen Anpassungen am Kampfsystem und erweiterten Spielmodi punktet. Vor allem Einzelspieler profitieren von den zusätzlichen Inhalten und der neuen Hub-Struktur. Der neueste Teil richtet sich klar an Fans der Reihe, die die Geschichte kennen und lieben.
Als interaktive Ergänzung zum großen Finale der Serie funktioniert All’s Justice hervorragend. Ihr erlebt ikonische Kämpfe selbst, verbringt Zeit mit euren Lieblingscharakteren und entdeckt neue Facetten innerhalb der Missionen und Nebenaktivitäten. Lediglich bei der Performance besteht noch Verbesserungsbedarf, der das ansonsten sehr positive Gesamtbild etwas trübt.